Reichsgraf von Kesselstatt

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Das in Trier gelegene, über 650 Jahre alte Weingut Reichsgraf von Kesselstatt, welches 1978 von Günther Reh erworben wurde, wird seit 1983 von dessen Tochter Annegret Reh-Gartner sehr erfolgreich und mit viel Engagement und Sachverstand geführt. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zum Wein und entschied sich für den Winzerberuf, was damals noch eher eine Männerdomäne war. Die Freude am Produkt und die Verbundenheit zu ihrer Heimat sowie ihr konsequentes Qualitätsstreben und ihre jahrelangen Kontakte zu Kunden im In- und Ausland verhalfen dem Weingut zu internationalem Renommee. Neben den vielen Auszeichnungen, die der Betrieb und seine Weine in diesen Jahren sammelten, wurde sie auch persönlich belohnt: 1989 und 2011 mit der Auszeichnung „Winzerin des Jahres“ sowie 2001 und 2005 mit der Nominierung für diesen Branchen-Oscar.

Von Anfang an stand die Qualität ihrer Weine im Mittelpunkt. Ein entscheidender Schritt war die konsequente Verkleinerung des Weingutes auf 36 Hektar. Damit konnte die Selektion im Weinberg erheblich verbessert werden. Ein besonderes Geschenk und eine große Herausforderung für das ganze Team sind die je 12 Hektar Steillagen an Mosel, Saar und Ruwer.

Annegret Reh-Gartner schätzt den mineralisch filigranen Stil, der für Mosel, Saar und Ruwer so typisch ist. Keine andere Region - so ihre feste Überzeugung - kann mit dieser Mineralität und Leichtigkeit konkurrieren. Viel Herzblut steckt sie seit Jahren in den An- und Ausbau trockener, langlebiger Spitzenweine. Die Region Mosel, Saar und Ruwer hat, auch bedingt durch die sogenannte Klimaverschiebung, das Potential für große trockene Weine, die nicht mit Alkohol, sondern mit Eleganz und Mineralität glänzen. Reichsgraf von Kesselstatt ist eines der ersten Weingüter der Region, das mit Erfolg Grosse Gewächse anbietet. Sie ist darüber hinaus ein entschiedener Verfechter der Lagen-Klassifizierung (VDP). Damit sind ein perfektes Qualitätsmanagement im Weinberg und die gezielte Bewirtschaftung der einzelnen Parzellen zur Produktion von Ausnahmeweinen möglich.

Annegret Reh-Gartner ist seit vielen Jahren mit Gerhard Gartner verheiratet, der über 10 Jahre zwei Michelin-Sterne im Restaurant Gala in Aachen verteidigte. Nachdem er als einer der besten Köche Deutschlands von der Gourmet-Bühne abtrat, wandte er sich seiner zweiten Passion - dem Wein - zu. Gerhard Gartner steht bereits seit vielen Jahren seiner Frau mit Rat und Tat zur Seite.

Die Philosophie und ebenso besondere Herausforderung des Weingutes ist es, der „Persönlichkeit“ jedes Weinberges dieser einmaligen Kulturlandschaft gerecht zu werden. Der Weinliebhaber soll die Unterschiede des Terroirs nachvollziehen, also riechen und schmecken können.

Hierbei ist die (Hand)Arbeit im Steilhang wichtig und es gilt die natürliche Umgebung der Reben zu erhalten, zu fördern und zu pflegen. Dies ist jedes Jahr eine neue Aufgabe, da kein Jahrgang dem anderen gleicht. Durch weinbauliche Maßnahmen wie Traubenteilung und grüne Lese zur Reduzierung des Ertrages, das Entblättern der Traubenzone Anfang September zur Minderung des Botrytisbefalls oder die strenge Selektierung während der Lese kann die Qualität weiter gesteigert werden. Ein ebenso wichtiger Baustein für die Pflege der Spitzenlagen in allen drei Tälern des Anbaugebietes ist das Bemühen alte Rebanlagen speziell zu hegen, um die Vielfalt der alten und wertvollen Sorten im Weinberg zu erhalten und teilweise wiederzugewinnen.

Beim Ausbau wird großer Wert auf eine möglichst natürliche Gärung (Spontanvergärung), vorwiegend im Edelstahltank, gelegt, um die Einzigartigkeit der Lagen zu unterstreichen. Das traditionelle Holzfass kommt teilweise bei den Grossen Gewächsen zum Einsatz. Durch die längere Lagerung auf der Feinhefe steigert sich die Komplexität und Fruchtvielfalt.

Auf die neuen oenologischen Verfahren wird selbstverständlich verzichtet.

Der Ortswein von der Ruwer ist wild und rau und ungezähmt.
Jahrgang 2016 - 0,75 Liter - Vol 12,0%
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